Sprachmuster die verbinden

Beobachtung (1.Schritt)

Ein wichtiges Element und erster Schritt im 4-Schritte-Modell der Gewaltfreien Kommunikation ist die Beobachtung. Was ist gerade passiert? Was genau war der Auslöser für die Unstimmigkeit? Eine Beobachtung ist grundsätzlich frei von jeder Bewertung. Sie benennt lediglich das, was etwa eine Kamera oder ein Aufnahmegerät in einer bestimmten Situation aufgezeichnet hätte.

Die Fähigkeit, Beobachtungen und Bewertungen voneinander zu trennen, ist nicht nur im Kontext des 4-Schritte-Modells eine Bereicherung. Sie hilft dabei, vorschnelle und „automatische“ Reaktionen zu vermeiden, trennt Fakten und Fiktion und erleichtert so die eigene Standortbestimmung.

Einfühlung (2.Schritt)

Genau wie bei der Beobachtung verzichten wir in der Gewaltfreien Kommunikation auch bei der Einfühlung in einen anderen Menschen auf jegliche Analyse oder Bewertung. Diese Haltung zieht sich wie ein roter Faden durch alle Anwendungsmöglichkeiten. Statt zu interpretieren, finden wir heraus, was den anderen bewegt – was in ihm vorgeht, was er fühlt, was erbraucht. Anders als beim Mitleid stehen nicht die eigenen Gefühle im Mittelpunkt, sondern die des anderen. Und es geht auch nicht darum, eine Lösung für ein Problem zu finden, sondern darum, einem Menschen in einer bestimmten Situation „beizustehen“.

Susann Pàsztor & Klaus-Dieter Gens: „Mach doch, was Du willst“ (Junfermann 2005)

Wir veröffentlichen den Auszug aus diesem Buch mit Einverständnis unseres Kooperationspartners Junfermann Verlag. Für uns ist dies Ausdruck eines gelebten Miteinanders für das wir uns herzlich bedanken.