Zwei abstrakte Holzfiguren, die durch einen leuchtenden, warmen Faden verbunden sind, als Symbol dafür, wie wichtig es ist, Sachebene und Beziehungsebene in der Kommunikation zu verbinden.
KI generiert (Google Gemini)

Sachebene – Beziehungsebene

Auf der Sachebene lassen sich Konflikte dann klären, wenn sie ausschließlich auf der Sachebene bleiben. Schwierig wird es, wenn Menschen sich eben nicht auf der Sachebene verständigen, sondern im Konfliktfall auf die Beziehungsebene gehen. Das passiert oft unbewusst durch die Körpersprache (Tonfall, Mimik, Gestik), die immer die Wahrheit sagt – ob Sie wollen oder nicht. Oder Sie kommunizieren unbewusst auf der Beziehungsebene durch bewertende oder verurteilende Bemerkungen im Gespräch. In Unternehmen höre ich oft die Äußerung: „Wir wollen eine sachliche Kommunikation.“ Doch Gefühle sind der Sachlichkeit durchaus dienlich. Wenn Sie die Gefühle benennen können, die für Sie gerade eine Rolle spielen, dann wird Ihre Kommunikation klarer. Ihr Gegenüber muss Ihre Gefühle nicht selbst erraten und kann sich auf die Gesamt-Aussage konzentrieren. Botschaften, die ein Gefühl einhalten, werden so zugleich als sachlich und als vollständig empfunden.

In Konflikten oder bei schwierigen Mitteilung ist es ähnlich. Es wird Ihnen nicht gelingen, einen Konflikt auf der Sachebene zu lösen, der auf der Beziehungsseite entstanden ist. Genauso wenig werden Sie eine schwierige Botschaft auf der Sachebene vermitteln können, wenn auf der Beziehungsebene Gefühle wie Angst, Sorge oder Ärger vorhanden sind. Hier ein Beispiel: Ein Geschäftsführer kommuniziert an seine Mitarbeitenden: „Die Produktion wird nach Polen verlagert. Aber wir werden niemandem kündigen.“

Hierbei wurde ausschließlich auf der Sachebene kommuniziert.

Soll jedoch auch die Gefühlsebene angesprochen werden, dann könnte sich der Wortlaut wie folgt anhören: „Die Produktion wird nach Polen verlagert. Sicherlich sind Sie besorgt, weil Ihnen Sicherheit wichtig ist, und Sie wünschen sich Klarheit und eine offene Kommunikation und Vertrauen. Wir können Ihnen heute sagen, es wird keine Kündigungen geben. Unsere geplanten Maßnahmen sehen wie folgt aus …“

Es braucht Mut und Vertrauen, Gefühle anzusprechen, doch nur so wird in dieser herausfordernden Situation eine verbindende Kommunikation entstehen.

Beate Brüggemeier: Wertschätzende Kommunikation im Business : wer sich öffnet, kommt weiter! Wie Sie die gewaltfreie Kommunikation im Berufsalltag nutzen (Junfermann 2010, S. 33)

Wir veröffentlichen den Auszug aus diesem Buch mit Einverständnis unseres Kooperationspartners Junfermann Verlag. Für uns ist dies Ausdruck eines gelebten Miteinanders, für das wir uns herzlich bedanken.