Gefühl

Bewertungen vs. Gefühle

Hat Ihnen auch schon einmal jemand gesagt: „Ich habe das Gefühl, du kümmerst dich einfach nicht um mich!“ oder: “Ich habe das Gefühl, du bist nicht ehrlich“ oder: „Ich fühle mich manipuliert, betrogen, verurteilt“? In jeder dieser Behauptungen steckt eine Bewertung über eine andere Person. Wer sagt „Ich hab das Gefühl, du kümmerst dich nicht“, könnte sich tatsächlich wütend, verletzt oder ängstlich fühlen. „Ich habe das Gefühl, du bist nicht ehrlich „ mag daraus resultieren, dass der Sprecher sich besorgt oder verwirrt fühlt. Und ich vermute, dass eine Aussage, jemand fühle sich „manipuliert, betrogen oder verurteilt“, bedeuten könnte, dass er eigentlich traurig, verletzt oder wütend ist.

Es ist wichtig, sich über die eigenen Gefühle im Klaren zu sein, weil es Ihnen dabei hilft, anzuerkennen, was Sie fühlen, statt die andere Person für etwas zu beschuldigen, das Sie für verkehrt halten. Drücken Sie Ihre Gefühle aus, hilft das wiederum der anderen Person zu erkennen, wie tief dieses Thema Sie berührt. Zudem fördert das Benennen wahrer Gefühle statt Bewertungen sowohl beim Sprechenden als bei der anderen Person Klarheit und Verbindung.

Werden Sie sich heute der Situationen bewusst, in denen Sie versuchen, ein Gefühl auszudrücken, aber stattdessen einen Gedanken aussprechen.

Mary Mackenzie: In Frieden leben (Junfermann 2007)

Wir veröffentlichen den Auszug aus diesem Buch mit Einverständnis unseres Kooperationspartners Junfermann Verlag. Für uns ist dies Ausdruck eines gelebten Miteinanders für das wir uns herzlich bedanken.