Wie habe ich den Anerkennungsprozess erlebt?
Vor den Anerkennungsvideokonferenzen war ich sehr aufgeregt. Ich wusste nicht genau, was auf mich zukommt, und habe eine große Unsicherheit in mir wahrgenommen. Besonders die Situation, dass parallel neue Personen für die Anerkennungskommission ausgebildet wurden und ich dadurch mit „zweieinhalb“ Anerkennungspersonen zu tun hatte, hat sich für mich zunächst ungewohnt angefühlt.
Im gemeinsamen Umgang und bei der gemeinsamen Betrachtung meiner Unterlagen habe ich dann etwas ganz anderes erlebt: viel konkrete Wertschätzung und zugleich klares, hilfreiches Feedback. Diese Kombination hat mir Orientierung gegeben und es mir leicht gemacht, die Rückmeldungen wirklich zu verstehen und anzunehmen.
Besonders geschätzt habe ich die Atmosphäre von Augenhöhe, Akzeptanz und auch Humor. Für mich war spürbar, dass die Haltung der Gewaltfreien Kommunikation nicht nur thematisiert, sondern tatsächlich gelebt wurde. Das hat mir Gemeinschaft erfüllt und mir Hoffnung gegeben, Teil eines solchen „Surroundings“ zu sein.
Obwohl Prüfungssituationen bei mir schnell alte schulische Muster wie Angst vor Bewertung oder Versagen aktivieren, haben es Thomas, Brigitte und Anette geschafft, einen Rahmen zu gestalten, der Freundlichkeit, Klarheit und Respekt vermittelt hat. Dadurch fühlte es sich für mich schließlich gar nicht mehr wie eine Bewertung oder Prüfung an.
Ich bin sehr dankbar für das mir entgegengebrachte Vertrauen und für die Verbindung, die ich in diesem Prozess erfahren habe. Der Umgang miteinander hat mir Inspiration gegeben und mich in meinem Weg der GFK bestärkt.
Der Anerkennungsprozess war für mich somit nicht nur ein formaler Schritt, sondern auch eine wertvolle persönliche Entwicklungserfahrung.
