Erfahrungsbericht über den Anerkennungs-Prozess und die Gespräche mit der Kommission

Mir erschien mein Vorhaben, als Trainer vom Fachverband anerkannt zu werden, als anspruchsvoll und intensiv, sowohl inhaltlich wie auch zeitlich. Es fand ja neben meinen übrigen beruflichen und privaten Aktivitäten statt. Während dieser Phase nahm ich an zwei Video-Sitzungen des Fachverbands für „Anerkennungsinteressierte“ teil. Hier bekam ich auf meine Fragen zufriedenstellende Antworten und war froh über das Angebot.

Ich verfasste zunächst nacheinander die drei erforderlichen Konfliktdokumentationen, die ich mit drei unterschiedlichen Supervisor*innen besprach. Deren Anregungen nahm ich gerne auf und arbeitete sie in meine Texte ein. Die Begegnungen (alle per Video-Konferenzen) erlebte ich als auf Augenhöhe und angenehm. Ich vertiefte mich dabei in einzelne Aspekte der Gewaltfreien Kommunikation und reflektierte dabei mein Erleben und Handeln. Das war ein Gewinn für mich.

Anschließend erstellte bzw. überarbeitete ich mein Seminarkonzept zur „Einführung in die GFK“ für ein 2-3-Tagesseminar. Das brauchte länger als vermutet, obwohl ich auf meine vielen vorhandenen Erfahrungen und auch Unterlagen zurückgreifen konnte. Das Schreiben und Besprechen aller einzureichenden Schriftstücke brauchte schließlich sechs Monate.
Auf den Beginn der Anerkennungsgespräche wartete ich danach ziemlich genau ein Jahr lang. Die nötige Geduld hierfür aufzubringen war für mich manchmal schwierig: Mir ging es dabei um fehlende Klarheit und Effizienz. Gleichzeitig nutzte ich die Zeit, um bei meinen eigenen GFK-Angeboten weiter zu lernen.

Schließlich begannen die Gespräche mit Uma Graupner und Zdenek Hacker als Fachverbands-Mitglieder der Anerkennungskommission. In unseren drei Videokonferenzen ging es zunächst um eine Supervidierung aller Konfliktdokumentationen in der Zusammenschau. Wir beleuchteten die Konflikte von damals neu: Gab es unterhalb der beschriebenen Ebenen der Auseinandersetzungen noch weitere? Außerdem ging es um die Klärung meines Verständnisses mancher Schlüsselbegriffe der GFK. Zusätzlich besprachen wir meine GFK-Haltung in den Konflikten: Ist sie in Übereinstimmung mit der Haltung nach M. B. Rosenberg gewesen? Hat sie sich im Laufe der Zeit und mit einem gewissen Abstand zu den Geschehnissen vielleicht gewandelt? Hier konnte ich noch einiges hinzulernen, worüber ich froh war. Erneut wurde mir klar, wie wichtig – vor allem fürs Lehren der GFK – die vier Schritte sein können. Wir sprachen auch über die als GFK-Trainer nötige Fähigkeit, gerade in emotional aufwühlenden Situationen gewaltfrei kommunizieren zu können.

Das Besprechen meines Seminarkonzepts fand dann in einem weiteren Telefonat statt – für mich einvernehmlich und zügig. Am Ende aller Video-Konferenzen wurde dann gefeiert: Uma und Zdenek gratulierten mir zur Anerkennung als GFK-Trainer, worüber ich mich nach den fast zwei Jahren des Prozesses sehr freute. Ich bedankte mich herzlich bei ihnen für ihre gründliche und wohlwollende Arbeit, die sie in ihrer Freizeit ehrenamtlich ausgeübt haben.

Ich war überrascht davon, welch hohen Stellenwert die Konfliktdokumentationen im Anerkennungsprozess haben. Vermutet hätte ich, dass auch andere Aspekte eine wichtige Rolle spielen würden, z. B. folgende: Wie bin ich zur GFK gekommen? Was habe ich bei der Beschäftigung mit der GFK gelernt? Welche Schwerpunkte meiner GFK-Lehrer*innen waren für mich bedeutsam? Welche Erfahrungen habe ich beim Weitergeben der GFK mit Teilnehmenden bei meinen Angeboten gemacht? Inwiefern spielt(e) mein erlernter Beruf fürs Erlernen und Weitergeben der GFK eine Rolle? Trage ich zur Verbreitung der GFK bei – regional und überregional?

Erlangen, 17.10.2026