Sagen Sie, was Sie wollen…

Sagen Sie, was Sie wollen…

und nicht, was Sie nicht wollen! Auch wenn es scheinbar viel einfacher ist – Sie schließen damit lediglich eine einzige Handlungsmöglichkeit aus, und die Wahrscheinlichkeit, dass Sie tatsächlich bekommen, was Sie brauchen, wird dadurch eingeschränkt. Statt zu sagen: „Bitte komm nicht immer zu spät zu unseren Meetings“ (die Bitte wäre auch erfüllt, wenn die betreffende Person nur noch bei jedem zweiten Meeting zu spät erschiene), formulieren Sie es lieber positiv: „Bitte komm heute pünktlich, damit wir gemeinsam anfangen können.“

Nennen Sie die Dinge beim Namen…

statt sich vage und ungenau auszudrücken. Abstrakte Formulierungen sorgen dafür, dass der andere sich einen Reim darauf machen muss, was Sie wohl gemeint haben könnten. Inwieweit seine Interpretation Ihrer Bitte auch der Erfüllung Ihres Bedürfnisses entspricht, ist dann reine Glückssache. „Bitte erledigen Sie das so schnell wie möglich“ ist ein Beispiel für eine unklare Bitte. Besser wäre: „Ich möchte, dass dieser Auftrag bis 15 Uhr erledigt ist. Passt das für Sie?

Bennenen Sie konkrete Verhalten…

statt darum zu bitten, wie ein anderer sein oder was er fühlen soll. Zum einen wird es Ihnen ohnehin nicht gelingen, einen anderen Menschen zu verändern – das geschieht nur aus dem eigenen Bedürfnis heraus. Zum anderen ist eine Bitte wie „Bitte sei mal etwas kooperativer“ bestenfalls ein frommer Wunsch, so lange Sie nicht klar ausdrücken was Sie unter Kooperation verstehen. „Bitte gib mir die Ergebnisse deiner Marktanalyse, damit ich sie in meinem Konzept berücksichtigen kann“ ist eine Alternative auf der Handlungsebene, die leicht verstanden und umgesetzt werden kann.

Bleiben Sie im Hier und Jetzt…

statt im Irgendwo und Irgendwann. „Bitte geben Sie mir beim nächsten Mal vorher Bescheid, dass Sie später kommen“ oder „Bitte sorgen Sie in Zukunft dafür, dass ich informiert bin“ bleibt auf der Ebene der guten Vorsätze, denn keiner von Ihnen beiden weiß, wann das nächste Mal sein wird. Der Erfolg Ihrer bitte sollte hier und jetzt sichtbar sein, damit Sie wissen, woran Sie sind – z.B. durch eine Formulierung wie „Bitte sagen Sie mir, ob Sie bereit sind ….“.

Kommen Sie auf den Punkt…

statt sich mit „netten“ Formulierungen abzusichern. „Ach, würden Sie vielleicht …..“ oder „Es wäre schön, wenn du …..“ mag gefälliger klingen, ist im Falle einer Bitte aber eher Wortkosmetik. Formulieren Sie Ihre Bitte lieber als Aussage, nicht als Frage: Damit stehen Sie für das ein, was Sie brauchen. Mit dem Zusatz „Sind Sie einverstanden?“ können Sie dem anderen vermitteln, dass seine Antwort wichtig ist und Sie keine Forderung ausgesprochen haben.

Susann Pásztor, Klaus-Dieter Gens: Mach doch, was Du willst (Junfermann 2005)

Wir veröffentlichen den Auszug aus diesem Buch mit Einverständnis unseres Kooperationspartners Junfermann Verlag. Für uns ist dies Ausdruck eines gelebten Miteinanders für das wir uns herzlich bedanken.