Kulturwandel gestalten.
Entwicklung einer empathischen Beziehungs- und Führungskultur.
Von der Vision zur Realität.

Die Anmeldung zur Fachtagung mit diesem Programm wird im Laufe des Frühjahrs 2021 möglich sein.

Hier finden Sie die Kurzporträts unserer ReferentInnen von A – Z

Themenfelder

A – Wissenschaft, Soziologie und Gesellschaft
B – Wirtschaft und Management
C – TrainerInnenkompetenz
D – Kinder und Schule
E – Gesundheitswesen

Samstag, 6. November 2021
ab 08:30 Uhr Check-in der TeilnehmerInnen
09:00 Uhr Begrüßung und Vorstellung der ReferentInnen
09:15 Uhr
„Der Sinn des Gebens“ Vortrag und Diskussion mit Dr. Stefan Klein, Physiker und Philosoph
Herr Dr. Stefan Klein, promovierter Physiker und Philosoph, spricht zum Thema „Der Sinn des Gebens“.

Foto: Andreas Labes

Näheres: Hat es einen Vorteil, in einer Welt, in der anscheinend die Stärksten regieren, fair und freundlich zu sein? Ja!, argumentiert Stefan Klein. Denn die neueste Forschung lässt die Ehrlichen keineswegs als die Dummen dastehen. Entgegen unserem Alltagsglauben schneiden Egoisten nämlich nur kurzfristig besser ab. Auf längere Sicht haben diejenigen Menschen Erfolg, die sich um das Wohl anderer bemühen. Nicht nur Wettbewerb, sondern auch Kooperation ist eine Triebkraft der Evolution. Ein Sinn für Moral ist uns angeboren. Der Vortrag zieht einen faszinierenden Querschnitt durch die aktuellen Ergebnisse der Hirnforschung und der Genetik, der Wirtschaftswissenschaften und der Sozialpsychologie. Er zeigt, welche Gesetze über Erfolg und Misserfolg in unserem Leben bestimmen. Und er stellt dar, warum menschliches Miteinander und das Wohlergehen anderer zu unseren tiefsten Bedürfnissen gehören. Für andere zu sorgen schützt uns nicht nur vor Einsamkeit und Depression. Vielmehr macht uns Selbstlosigkeit glücklicher und erfolgreicher – und beschert uns nachweislich sogar ein längeres Leben.

10:45 Uhr Kaffee, Tee und Netzwerken
11:15 Uhr Angebote zur Auswahl
1-A - Nils Zierath | Soziokratie: kreative Lösungen – selbstorganisiert entscheiden (Workshop)
Sie wünschen sich eine Unternehmenskultur, wo das Wissen aller in Entscheidungen einbezogen wird? Sie möchten Menschen zu Selbstorganisation, kreativen Lösungen und empathischer Kooperation ermuntern? Agilität, partizipative Führung und Augenhöhe sind en vogue. Doch wie gehen sie mit verlässlicher Qualität zusammen? Und wie führt Selbstorganisation zu gemeinsamer Verantwortung und mehr Freude?Soziokratische Selbstorganisation = Gemeinschaft, Sinn & VertrauenAls zukunftsweisendes Organisationsmodell schafft Soziokratie die strukturellen Grundlagen für effiziente Selbstorganisation und partizipative Führung. Grundlegend ist die authentische Ausrichtung auf gemeinsame Ziele. Selbstverantwortung und empathische Verbindung im Team sichern die hohe Ergebnisqualität, eine menschliche Arbeitsumgebung und eine zukunftsfähige Kooperationskultur. Niemand wird übergangen und das Wissen aller gleichwertig einbezogen: kreative Lösungen, Transparenz, zügige Entscheidungen auf Augenhöhe. MitarbeiterInnen übernehmen gern Verantwortung, Vertrauen wächst. Zusammenarbeit wird dynamisch, zielführend und freudvoll.vAm praktischen Beispiel lernen Sie den soziokratischen Werkzeugkasten kennen. Erleben Sie selbst die beflügelnde Wirkung einer gemeinsam im Konsent getroffenen Entscheidung (statt lähmendem Konsens oder dominierender Mehrheit). Sie erhalten Einblick in Projekte, Tipps für einen gelungen Start – und jede Menge Inspiration zu den Chancen dieses (r)evolutionären Organisationsmodells.
1-B - Andi Schmidbauer | Leitbild oder doch eher 'Leidbild'? Ein Blick aus Sicht der GFK (Workshop)
Ein Leitbild bietet in der Regel attraktive Antworten auf diese Fragen: „Wofür stehen wir als Gemeinschaft?“ (Vision), „Was wollen wir gemeinsam erreichen?“ (Mission) und „Welche Werte und Prinzipien sollen unser Handeln leiten?“ (Werte). Nach innen soll das Leitbild eine positive Motivation der Mitarbeitenden bewirken. Nach außen ist seine Funktion Legitimation und Öffentlichkeitsarbeit. Es soll Kapitalgeber, Kunden, Bürgern und Meinungsführern die Frage „Wofür steht diese Organisation?“, verknüpft mit einem positiven Imageeffekt, beantworten. Es stellt sich angesichts der Realität die Frage, ob Leitbilder nur überholte Kosmetik sind, oder ob sie nicht doch wesentlich zu einer real-wertschätzenden Unternehmenskultur beitragen können? Wie sehen also Unternehmensleitbilder aus, die nicht eine anzustrebende „schöne neue Welt“ suggerieren, sondern eine wirkliche Hilfestellung sind? In diesem Workshop erfahren Sie, welche Aspekte aus Sicht der GFK hilfreich sein können. Im Team entwickeln Sie erste Schritte hin zu einem zeitgemäßen Unternehmensleitbild.
1-C - Dr. Marco Boehm | Gehirn und Kommunikation (Vortrag und Diskussion)
– Wie entwickelt sich das Gehirn? – von basalen Reizen zu komplexen Strukturen – Wie funktioniert ein Gehirn? – keine Schubladen, sondern rasende Reize – Wie lernt der Mensch? – Konventionen und Erfahrungshorizont – Gebrauchsabhängige Spuren – Veränderung der Verbindungen in Nervenzellen = „Lernen“ – Synästhesien – Kiki und Bubu – Verlässlichkeit des Gehirns: seine Instabilität – Hemisphären-Modell als Hilfe – Pfeifende-Hund-Problematik – Sender-Empfänger – Amygdala – Das Mandelkernchen, dass das Gehirn kidnappt.
1-D - Dr. Giselle Camargos-Becker | Kulturwandel mit Hilfe der Kinder: von Anfang an geht es leichter (Vortrag und Diskussion)
Wollen wir in einer Gesellschaft leben, in der Wertschätzung und Respekt, Achtsamkeit und Kooperation im Umgang mit den Mitmenschen herrscht sowie eine Grundlage für Potenzialentfaltung geboten wird? Das schaffen wir erst recht mit Hilfe unserer Kinder. Es würde leichter gehen, wenn wir von Anfang an keine Vorurteile abschaffen müssten, weil sie vorher in der Erziehung gar nicht erst angelernt wurden. Das gelingt an besten wenn wir von klein auf lernen, wie wir unseren Mitmenschen mit Empathie, Dankbarkeit und Achtsamkeit begegnen; dass Unterschiede normal sind und sie zum Leben gehören, dass alles natürlich ist: unterschiedliche äußerliche Merkmale, verschiedene Charakterzüge, unterschiedliche Hautfarben, körperliche oder geistige Einschränkungen, wenn Menschen in einer anderen Sprache sprechen oder unterschiedliche Weltanschauungen haben. Außerdem ist es wichtig, dass eine ressourcenorientierte Mentalität herrscht, in dem der Mensch in seiner Einzigartigkeit wertgeschätzt und in seinem ganzen Wesen angenommen wird, mit all seinen Stärken und Schwächen. Wenn jeder mit seine Potenzial akzeptiert wird, kann er sich ohne Einschränkung entfalten. So ist der Mensch mit sich selbst vertraut, zufrieden und selbstbewusst; wenn er selber als Subjekt behandelt wird, lernt er gleichzeitig sich selbst und auch seine Mitmenschen auf diese Art zu begegnen. Die Stärkung unserer Kinder erleichtert somit unseren Wandel: wenn wir sie vorbereiten, bereiten wir gleichzeitig unsere Zukunft vor.
1-E - Petra Gloxin, Dr. Philippe Türk-Pereira | Die Schaffung einer GFK-Kultur in einem psychiatrischen Krankenhaus (Vortrag und Diskussion)
Seit vielen Jahren engagieren sich die Autoren dafür, dass die stationäre psychiatrische Versorgung durch die GFK einen Kulturwandel erlebt, der stärker von gegenseitiger Wertschätzung und Empathie unter Kollegen sowie zwischen Behandlern und Patienten gekennzeichnet ist und somit einen Gegenpol zu Kostendruck und Überbelegung darstellt.Dabei bieten die Autoren regelmäßige Einführungs- und Vertiefungsseminare für Mitarbeiter aller Berufsgruppen an. Gleichzeitig werden auch an GFK-orientierte Therapiegruppen angeboten, zum Beispiel im forensischen Kontext. Zudem verbreiten die Autoren die GFK auch auf deutschlandweiten Forensiktagungen und durch Beiträge in Tagungsbänden, um so auch in diesen Spezielbereich der Behandlung psychisch kranker Straftäter einen Wandel zu initiieren. Auch im Bereich Führungskultur setzen sich die Autoren dafür ein, dass eine Haltung geschaffen wird, die Mitarbeiter dazu ermutigt, sich stärker im Einklang mit ihren Bedürfnissen zu verhalten und ihre Entscheidungen daran anzupassen.
12:30 Uhr Mittagessen und Netzwerken
13:45 Uhr Angebote zur Auswahl
2-A - Prof. Dr. Dr. Gregor Lang-Wojtasik, Ulrike Michalski | Kultur – Wandel – GFK: Wissenschaft!? (Vortrag und Diskussion)
Rosenberg wies an verschiedenen Stellen darauf hin, dass GFK zu Wandel, Veränderung oder Transformation beitrüge und er mit der GFK gesellschaftliche Veränderung beabsichtigt. Tatsächlich berichten viele Teilnehmende nach GFK-Trainings von Veränderungen ihrer Lebenswelt und von Hoffnungen auf Veränderungen in unserer Welt durch GFK. Bisherige wissenschaftliche Zugänge betrachten hauptsächlich scheinbar erhoffte, messbare und damit quantifizierbare Wirkungen. Doch wird davon ausgegangen, dass durch GFK nicht nur der sprachliche Austausch, sondern auch die innere Haltung zu sich selbst, den anderen und der gemeinsam geteilten Welt gewandelt wird, dann stellen sich theoretische und empirische Fragen, die jenseits quantitativer Empirie zu verorten sind. Diese wissenschaftliche Perspektive ist noch unscharf. Eine wissenschaftliche Beschäftigung mit dem Potenzial sozio-kulturellen Wandels durch GFK setzt voraus, (1) theoriebasiert die von Rosenberg beabsichtigte Zielsetzung zu klären; (2) theoriebasiert die zugrunde liegenden Begriffe der GFK, von Wandels und von Kultur und deren Zusammenhänge zu klären (wie der Begriff „gewaltfrei“, die Begriffe Wandel und Kultur, in welcher Beziehung diese zu Menschen oder Gesellschaft stehen und welche Rolle dabei Kultur spielen kann und soll); (3) die Reichweite empirischer Zugänge (quantitativ, qualitativ und methoden-kombinierend) zu würdigen; (4) den Stand der Dinge unter diesen Perspektiven zu betrachten. Dazu lädt dieser Workshop ein.
2-B - Gabriele Lindemann, Christa Messner | Unternehmen transformieren – GFK in der Organisationsentwicklung (Vortrag und Diskussion)
Fast zwei Jahrzehnte Arbeit mit der GFK in Unternehmen tragen Früchte – zeigen jedoch auch Grenzen auf. Häufig begegnen uns Situationen, in denen deutlich wird: Herausforderungen zeigen sich zwar auf der Ebene des Miteinanders, doch wirksame Lösungsansätze brauchen die Betrachtung des gesamten Systems. Anhand einer konkreten Fallsituation teilen wir unsere Erfahrungen in einem mittelständischen Unternehmen. Unser Beispielunternehmen stand vor einem konfliktverursachenden Generationenwandel, in dem sich jetzige und künftige Verantwortliche bekämpften. Anstatt direkt an den Konflikten zu arbeiten, war unsere Begleitung mit systemischer Organisationsentwicklung die bevorzugte Empfehlung. Als Eingangstür wurde dafür der Entwurf einer neuen Struktur gewählt, in der das Unternehmen sowohl betriebswirtschaftlich wie auch menschlich wachsen könnte. Zentral dabei war die Kombination von systemischer Organisationstheorie und GFK, die den Menschen im Unternehmen dazu verhalf, in den neuen, gut funktionierenden Strukturen konstruktiv zu kommunizieren. Erst dadurch konnte von einem nachhaltigen Erfolg ausgegangen werden. Im interaktiven Vortrag erleben Sie, was die Haltung der GFK in der Organisationsentwicklung bewegen kann, damit lebensdienliche Strukturen entstehen Anschließend laden wir ein zu Diskussion und Erfahrungsaustausch.
2-C - Mirja Heunemann | Wer Frieden im Außen will, muss Frieden im Inneren schaffen (Workshop)
Führung beginnt bei der Führungskraft selbst. Wenn wir den Kulturwandel gestalten und eine empathische Beziehungs- und Führungskultur entwickeln möchten, braucht es Selbstführung. In Aufstellungen mit dem Lebensintegrationsprozess (LIP) nach Wilfried Nelles begegne ich mir selbst und meinem So Sein: Ich schaue auf meine einzelnen Lebensphasen als Kind im Mutterleib, während der Kindheit und der Jugend und mir kommt über die Stellvertreter entgegen, was aus diesen einzelnen Phasen noch gesehen werden will. Und dann erlebe ich hautnah, dass es nicht darum geht, irgendwas zu ändern. Es geht „nur“ darum, sich anzuschauen, was gerade ist. Es gibt keinen Selbstoptimierungsdruck im Sinne von „daran musst du noch arbeiten“ oder „dies musst du noch loslassen“. Hier gilt es, mit dem Herzen zu schauen und gleichzeitig im Hier und Jetzt zu bleiben. Zu spüren, dass alles, was in meinem Leben bisher war, sowohl Freudvolles als auch Schmerzvolles, zu mir gehört. Dass es darum geht, alles so zu lassen, wie es war, ohne Reue, ohne Vorwurf, ohne Scham und zu erleben, wie sich dann Entspannung einstellt. Diese bestimmte Haltung dem Leben gegenüber, die wir bereits aus der Gewaltfreien Kommunikation kennen, erfahre ich auch beim LIP in ihrer ganzen Tiefe und Qualität. Wenn es mir gelingt in Einklang zu sein mit dem, was ich heute bin und was mich dahin gebracht hat, komme ich (wieder) in Kontakt mit meinem ganz eigenen, ursprünglichen Potential, das sich entfalten will.
2-D - Jutta Kromer, Ulrich Fischer | Zaubersprache und Ziffernnote - Schulische Bewertungskultur im Wandel (Workshop)
Warum haben auch im Jahr 2020 weiterhin Ziffernnoten eine entscheidende Bedeutung für Schule und Lebensläufe, obwohl bekannt ist, dass sie sich auf die Persönlichkeitsentwicklung und damit letztendlich auch auf das Lernen höchst blockierend auswirken können? Wie gehen wir in der Gewaltfreien Kommunikation damit um, dass sich Bewertung durch Noten und GFK letztendlich zu widersprechen scheinen? Nach einer Informationseinheit, in deren Rahmen wir uns mit den Hintergründen und dem Entstehen der schulischen Bewertungskultur befassen, identifizieren wir Handlungsspielräume, wie wir unserer Haltung der Gewaltlosigkeit innerhalb der schulischen Bewertungs-Anforderungen Raum geben können. Wir werden also eigene Geschichten über gewaltfreie Bewertungs-Spielräume zwischen den Paragrafen der Schulgesetze teilen und Bilder vom Widerstehen durch kreative, mutige und neue Schritte – möglicherweise in die entgegengesetzte Richtung – entstehen lassen. Wir entdecken und feiern die Freiheiten, die wir haben und nehmen letztendlich Flugstunden über Systemgrenzen hinweg!
2-E - Dr. Stephanie Neumann (Moderatorin) im Gespräch mit Susann Richter-Funk, Caroline Fetscher, Beate Haverkamp, Titus Kaufmann, Brigitte Wagner und weiteren | Nur noch kurz die Welt retten? Verlust der Selbstempathie bei Helfenden (Podiumsdiskussion)

In der Podiumsdiskussion richten wir den Fokus auf Organisationen, in denen Menschen sich um andere kümmern, sich für die Einhaltung der Rechte anderer einsetzen. Unter der Moderation von Stephanie Neumann gehen Susann Richter-Funk, Caroline Fetscher, Beate Haverkamp,  Titus Kaufmann und Brigitte Wagner und evtl. weitere Gäste den Fragen nach, wie ein Kulturwandel stattfinden kann. Hoch motiviert identifizieren sich Mitarbeitende mit den Zielen ihres Arbeitgebers. Angesichts der Not und der Schrecken an ihren Einsatzstellen stellen einzelne ihre eigenen Bedürfnisse zurück und laufen Gefahr auszubrennen. Abgrenzung scheint nur schwer möglich. Immer bereit, immer da und auf jede Frage, jedes Anliegen als Antwort ein „JA.“ Mitarbeitende berichten von toxischem Arbeitsklima. Geschichten über Mobbing, Sucht und Selbstmord machen die Runde. Was sind hier die Mechanismen? Wer kümmert sich um die, die sich beruflich um andere kümmern? Von wem werden sie gesehen und gehört? Werden sie auch als Menschen mit Gefühlen und Bedürfnissen wahrgenommen, wie die Bedürftigen, für die sie sich einsetzen? Wie steht es um die Verantwortung von Gesellschaft, Arbeitgebern, Kolleg*innen und jeder/m Einzelnen? Es braucht eine Kultur, die entlastet und dabei hilft, belastende, schreckliche Inhalte zu verarbeiten und die eigene Widerstandskraft nachhaltig aufzubauen. Wir stellen einen Ansatz vor, bei dem Arbeitgeber Empowerment ermöglichen und Mitarbeitenden mit Hilfe der Gewaltfreien Kommunikation ihre Resilienz stärken können. Was erleben, was denken Sie? Diskutieren Sie mit uns! Wir bieten Ihnen eine interaktive Podiumsdiskussion, in der auch Sie einen Platz und eine Stimme haben.

15:00 Uhr Kaffee, Tee und Netzwerken
15:30 Uhr Angebote zur Auswahl
3-A - Tilman Krakau | Kulturwandel im luxemburgischen außerschulischen Bildungssystem (Vortrag und Diskussion)
Seit 2015 werden in Luxemburg ein Teil der Train-the-Trainer Fortbildungen geleitet von GFK-Trainern*innen. Heute werden in Kindertagesstätten, Horten und auf Jugendfreizeit-Camps viel selbstverständlicher Entscheidungen von den Jugendlichen getroffen. Die Pädagogen*innen nehmen sich bewusst mehr Präsenz-Zeit für die Jugendlichen. Was bisher geschah und wie es weitergeht wird hier erzählt.
3-B - Ulrike Kahmann | Kulturwandel in Teams – Dreamteam TMS & GFK (Workshop)
Was bedeutet Kulturwandel in Unternehmen, speziell in Teams? Wer darunter eine Abkehr von Hierarchie, Dominanz und Urteil und eine Zuwendung zu effizientem Arbeiten und gleichzeitig einen respektvollen Umgang miteinander, Augenhöhe trotz Hierarchie, Anerkennung von Unterschieden, urteilsfreie Zusammenarbeit, eigenverantwortliches Arbeiten, gegenseitiges Verständnis, Konfliktfähigkeit und letztlich Mitarbeiterzufriedenheit versteht, für den könnten TMS (Team Management System von Margerison-McCann) und GFK hilfreiche Ansätze sein. Bilden beide gemeinsam ein Dreamteam? Mit dem Team Management Profil gewinnen alle Teammitglieder ein Bewusstsein für die individuellen Stärken der anderen – und bekommen gleichzeitig auch eine „Gebrauchsanweisung“ für effektive und wertschätzende Kommunikation mit ihren Kollegen. Auf diese Weise erhöhen Teams ihre Fähigkeiten zur Selbstorganisation und übertreffen ihre Ziele. Starke Teams arbeiten selbstverantwortlicher. Führungskräfte können sich dadurch zielgerichteter auf die eigentlichen Aufgaben im Unternehmen konzentrieren und ihre Kompetenzen besser einsetzen. Seit 1985 wurden in über 190 Ländern über 1,5 Millionen Team Management Profile erstellt: Diese Profile sind eines der am besten erforschten und kulturübergreifend validierten Instrumente für die Teamentwicklung. Inwieweit passen TMS und GFK zusammen? Wie können beide Ansätze eingesetzt werden? Gibt es Schnittpunkte? Können TMS und GFK als Dreamteam zum Kulturwandel in Teams beitragen?
3-C - Marion Kaiser | Mindful Leadership - Sich und Andere achtsam führen (Workshop)
Wer kennt das nicht? Es ist viel zu tun, wir wollen uns konzentrieren, werden immer wieder abgelenkt und am Ende des Tages sind wir unzufrieden. In Zeiten der Informationsflut und der Kontaktvielfalt ist es nicht leicht zur BeSINNung zu kommen. Was ist wichtig heute? Achtsamkeit und Mindful Leadership sind der Weg zu neuer Aufmerksamkeit, wem und was wir gerade in diesem Augenblick begegnen. Peter Bostelmann, Direktor bei SAP und verantwortlich für die globale Achtsamkeitspraxis im Unternehmen, beziffert dern ROI (Return of Investment) auf das hauseigene Achtsamkeitsprogramm mit 200 %. Diese Zahl ist mit Studien belegt. Was bedeutet das? Achtsamkeit unterstützt uns beim Leisten, gleichzeitig senkt es unseren Stresspegel. Bei Mindful Leadership geht es zusätzlich zur Achtsamkeit darum unseren Geist zu trainieren, um sich und andere Menschen zu führen. Es fördert u.a. Konzentration&Effizienz sowie Einfühlung&Sozialkompetenz. Dabei hilft die GFK zu einer klaren, bewussten Kommunikation und zu einfühlsamen Hören und Sprechen. Ziel dabei ist es, weg zu kommen vom Autopilot hin zu einem bewussten Leben und Sprechen, in der Arbeit und im Privatleben.
3-D - Elke Wilhelm | Vom Erdulder zum Gestalter - GFK im Schulfach Glück (Workshop)
Positive Evolution der Kultur: Lebenskompetenz – GFK und das Schulfach Glück Glück ist im Leben der Menschen immer wieder ein zentrales Thema. Nicht nur im öffentlichen, sondern auch im wissenschaftlichen Diskurs. Neben einer Fülle an zum Teil zweifelhaften Ratgebern gibt es auch seriöse Auseinandersetzungen aus den Ansätzen der Positiven Psychologie. In allen Konzepten steht die Qualität der Beziehungen der Menschen untereinander im Mittelpunkt. Beispielhaft sei hier die Idee des „Buen vivir“, des guten Lebens, genannt, welche inzwischen in einigen südamerikanischen Staaten als Verfassungsgrundsatz festgeschrieben wurde und das menschliche Zusammenleben nach ökologischen und sozialen Werten ins Zentrum seiner Philosophie stellt. Eine neue Gestaltung des Zusammenlebens ist auch mit den verschiedenen UN- Konventionen verbunden. Interessant ist, dass bereits 1959 in der Erklärung zu den Rechten des Kindes der Vereinten Nationen der Zusammenhang von Glück und Aufwachsen angesprochen wird. Hier heißt es: „Wir schulden dem Kinde das Beste, damit es eine glückliche Kindheit hat“. Die UN- Kinderrechtskonvention von 1989 konkretisiert, dass das Kind zur vollen und harmonischen Entfaltung seiner Persönlichkeit […] umgeben von Glück, Liebe und Verständnis aufwachsen soll.“ Ein wichtiger Bezugspunkt ist hier die bildungs- und persönlichkeitstheoretische Verortung des Schulfaches Glück, worin die GFK wesentliche Aspekte hinsichtlich Beziehungsgestaltung und Haltung aufzeigt.
3-E - Brigitte Wagner, Susann Richter-Funk | Empowerment ermöglichen – Resilienz stärken (Workshop)
Empowerment ermöglichen – Resilienz stärken. Systematische Einführung des Kommunikationskonzeptes RIWA im Gesundheitswesen. Was braucht es, damit Mitarbeitende ihre innere Widerstandskraft aufbauen und nachhaltig stärken können? Dieser Fragestellung sind wir nachgegangen und RIWA entstand. Der Fokus des Konzeptes liegt auf den Resilienzfaktoren Kohärenz (überzeugt sein vom Sinn des Lebens), Selbstwirksamkeit und realistisches Selbstbild. Die Gewaltfreie Kommunikation nach M. B. Rosenberg: • Eine wertschätzende Kommunikation ermöglicht eine Balance zwischen Empathie gegenüber anderen und aufrichtiger Selbstfürsorge. Erfahrbare Wertschätzung lässt Sinn erkennen. • Mitarbeitenden werden sich ihrer eigenen Bedürfnisse bewusst und entwickeln Kompetenzen, diese zu befriedigen – selbstwirksames Handeln. • Gefühle werden ins Erleben und Tun integriert. Die Übernahme von Verantwortung für das eigene Befinden wird gezielt gestärkt. Das versöhnt mit dem Selbst.
16:45 Uhr Tagungsresumée
17:20 Uhr Abschluss
17:30 Uhr Ende der Fachtagung

Feiern – Genießen – Würdigen

Samstag, 6. November 2021 | 11-Jahres-Feier des Fachverbandes Gewaltfreie Kommunikation e. V.
19:00 Uhr Sektempfang
19:30 Uhr Festbuffet
ab 21:00 Uhr u.a. mit Wortakrobatik, Live-Musik, Situationskarikaturen,…
ca. 23:30 Uhr Ende

Die Veranstaltung findet im Wilhelm-Kempf-Haus in Wiesbaden statt.