Unser Verhalten für eine andere Lebenserfahrung verändern

#Worte_der_Woche 2019 KW41

Die Menschen sind einsam, weil sie Mauern bauen statt Brücken. – Joseph F. Newton

Unser Verhalten für eine andere Lebenserfahrung verändern. Ich verbrachte die ersten Jahrzehnte meines Lebens damit, Mauern zwischen mir und anderen Menschen zu errichten – durch meine Urteile über andere, mit meiner kriegerischen Haltung, die mir nicht erlaubte, um Hilfe zu bitten, und durch meine andauernden Bemühungen, anderen Menschen meinen Wert zu beweisen. Dieses Verhalten erfüllte mein Bedürfnis nach Schutz, weil nur wenige Leute bereit waren, mein ruppiges Äußeres auszuhalten, um mich wirklich kennenzulernen. Ich verschaffte mir ein wenig Erleichterung, aber ich erlebte auch enorme Einsamkeit. Während ich damit beschäftigt war, mich zu schützen, erfüllte ich meine Bedürfnisse nach Liebe, Kontakt, Intimität und Akzeptanz nur in kleinen, unvorhersehbaren Schüben. Durch die Wahl meiner Strategien hatte ich meine eigene Einsamkeit geschaffen. Später erkannte ich: Wenn ich Mauern errichten konnte, hatte ich auch die Kraft, sie abzubauen, um die Gesellschaft zu bekommen, nach der ich mich sehnte. Manchmal arbeiten wir so schwer dafür, ein Bedürfnis zu erfüllen, dass wir die vielen anderen vergessen, die wir unerfüllt hinterlassen. Denken Sie an all die Bedürfnisse, die Sie in einer bestimmten Situation erfüllen wollen, und dann überlegen Sie sich Strategien, mit denen sie erfüllt werden können. Lassen Sie sich nicht von Ihrer anfänglichen Angst blockieren. Sie müssen sich nicht damit zufriedengeben, nur einige Ihrer Bedürfnisse erfüllen zu können – Sie können ein Leben führen, in dem alle erfüllt sind.

Achten Sie heute auf die Situationen, in denen Ihre Strategien dafür sorgen, dass Sie ein Bedürfnis auf Kosten anderer erfüllen.

Wir wünschen Ihnen viel Freude beim Üben!

Mary Mackenzie: „In Frieden leben“ (Junfermann 2007)

Wir veröffentlichen den Auszug aus diesem Buch mit Einverständnis unseres Kooperationspartners Junfermann Verlag. Für uns ist dies Ausdruck eines gelebten Miteinanders für das wir uns bedanken.