Kontrolle

#Worte_der_Woche 2019 KW42

Menschliche Bedürfnisse zu verstehen heißt, sie schon halb erfüllt zu haben – Adlai Stevenson

Kontrolle Oft heißt es, jemand hätte etwas wegen seines Kontrollbedürfnisses getan. Kontrolle ist eigentlich eine Strategie, die oft mit einem Bedürfnis verwechselt wird. Nehmen wir einmal an, Ihre Ehefrau besteht darauf zu fahren, und Sie denken vielleicht, dass sie Kontrolle braucht. Ich vermute, dass ihre Bedürfnisse eher die nach Sicherheit, Entspannung und vielleicht auch Spaß sind. Um dieses Bedürfnis zu befriedigen, kontrolliert sie, wer fährt. Ein anderes Beispiel: Sie halten Ihren Chef für jemanden, der wegen seines Kontrollbedürfnisses alles bis in das kleinste Detail selbst managet. Auch hier vermute ich, dass er die Sicherheit braucht, dass der Job gut gemacht wird, oder dass er das Bedürfnis nach Zuverlässigkeit und vielleicht auch Respekt hat. Er erfüllt dieses Bedürfnis, indem er das Arbeitsporjekt mit Ihnen in allen Einzelheiten durchgeht. Kontrolle ist eine Strategie, um tiefer liegende Bedürfnisse zu erfüllen. Durch diese wichtige Unterscheidung erhalten wir größere Klarheit über ein Verhalten. Strategien nicht mit Bedürfnissen zu verwechseln hilft uns außerdem, noch mitfühlender Verbindung zu anderen Menschen aufzunehmen.

Beobachten Sie heute bei jemandem einen Drang nach Konrolle, dann achten Sie auf die Bedürfnisse. Hilft Ihnen das, mehr Mitgefühl zu empfinden?

Wir wünschen Ihnen viel Freude beim Üben!

Mary Mackenzie: „In Frieden leben“ (Junfermann 2007)

Wir veröffentlichen den Auszug aus diesem Buch mit Einverständnis unseres Kooperationspartners Junfermann Verlag. Für uns ist dies Ausdruck eines gelebten Miteinanders für das wir uns bedanken.