Konfliktmediation mit anderen Menschen

#Worte_der_Woche 2019 KW51

Ich war ein Schiffbrüchiger, bis ich an Bord kam. – Seneca

Konfliktmediation mit anderen Menschen Was tun Sie, wenn Sie zwei Kollegen wegen etwas streiten sehen? Zum Glück sind Sie nicht Teil der Auseinandersetzung, aber Sie würden gern dazu beitragen, die Situation freundschaftlich aufzulösen. Hier ist eine Methode, die oft funktioniert. Gesellen Sie sich dazu und äußern Sie diesen Wunsch: „Ich nehme an, dass es ziemlich schwierig für euch beide ist. Ich würde euch gern dabei unterstützen, indem ich euch assistiere. Ist das in Ordnung für euch?“ Wenn beide zustimmen, bleiben Sie neutral. Um als Mediator wirksam zu sein, soll man nicht Partei ergreifen. Beide Seiten müssen darauf vertrauen können, dass Ihnen die Interessen aller am Herzen liegen. Helfen Sie den beiden Menschen dabei, die zugrunde liegenden Bedürfnisse bei ihrer Unstimmigkeit zu entdecken. Denken Sie daran – wenn es einen Konflikt gibt, streiten die Leute vermutlich um Strategien statt um Bedürfnisse. Zu Strategien können Handlungsabläufe, Zeitvorgaben oder Glaube gehören, es gebe nur einen richtigen Weg.

Versuchen Sie, ihre Bedürfnisse widerzuspiegeln. „Albert, das klingt so, als möchtest du dein Projekt in der nächsten Woche abgeschlossen haben, weil du glaubst, dass der Rücklauf vor den Ferien größer sein wird. Und Jean, du willst noch einen Monat damit warten, weil dir das noch etwas mehr Zeit gibt, um die Schwachstellen zu beheben, von denen du glaubst, dass sie den Rücklauf beeinflussen. Also wollt ihr beide eigentlich die größtmögliche Effektivität bei dieser Mailingaktion. Stimmt das?“ Werden die Bedürfnisse beider Seiten anerkannt, hilft ihnen das zu verstehen, dass sie beide das Gleiche wollen. Im nächsten Schritt schauen Sie, ob es genügend Raum gibt, um Lösungen zu erörtern, die die Bedürfnisse von beiden erfüllen.

Bei Mediationen kann es manchmal schwierig sein, die zugrunde liegenden Bedürfnisse bei jeder Person zu ermitteln. Das kann viel Zeit beanspruchen. Sorgen Sie sich jedoch nicht um die Zeit, denn während Sie ihre Bedürfnisse aufdecken, bauen Sie auch Vertrauen auf und helfen beiden Parteien, Klarheit zu gewinnen. Die Zeit ist also gut investiert. Es kann ebenso sein, dass beide Beteiligten unterschiedliche Bedürfnisse haben. Das ist auch in Ordnung – finden Sie die Bedürfnisse heraus, würdigen Sie sie und suchen Sie nach Lösungen, die beide berücksichtigen. Eine Mediation kostet Zeit und Mühe, aber Menschen dabei zu helfen, zu einer beidseitig befriedigenden Lösung zu gelangen, ist eine schöne Erfahrung.

Wenn Sie heute Zeuge eines Konflikts zwischen zwei Menschen werden, bieten Sie ihnen Hilfe an, den Konflikt aufzulösen, indem Sie sich auf ihre Bedürfnisse konzentrieren.

Wir wünschen Ihnen viel Freude beim Üben!

Mary Mackenzie: „In Frieden leben“ (Junfermann 2007)

Wir veröffentlichen den Auszug aus diesem Buch mit Einverständnis unseres Kooperationspartners Junfermann Verlag. Für uns ist dies Ausdruck eines gelebten Miteinanders für das wir uns bedanken.