Was andere brauchen

Glauben Sie nicht, Sie wüssten, was andere brauchen

Wir müssen den Menschen gut zuhören in unserem Bemühen zu verstehen, was sie brauchen. Gehen Sie nicht davon aus, Sie wüssten, was die Probleme anderer sind oder was sie brauchen. Sie erfahren es, indem Sie gut zuhören. Haben Sie jemals einer anderen Person zugehört und gemerkt, dass Sie dabei ungeduldig wurden? Das könnte der Moment gewesen sein, an dem Sie mit dem Zuhören aufgehört und begonnen haben, Ratschläge zu geben, wie das Problem zu lösen sein, selbst wenn die Antwort auf all Ihre Vorschläge war: „Nein das geht nicht.“

Wenn wir uns unwohl fühlen mit dem Schmerz eines anderen Menschen, möchten wir ihn oft beseitigen. Wir wollen bei der Lösung seines Problems helfen, damit wir uns besser fühlen. Wir halten uns manchmal selbst zu Narren, indem wir glauben wir täten es, damit der andere sich besser fühlt – aber in Wirklichkeit sind wir es, denen unwohl ist und die sich besser fühlen wollen. Wenn wir uns bei jemandem aussprechen können, der sich beim Zuhören wohlfühlt und an unsere Fähigkeit glaubt, unsere Probleme selbst zu lösen, ist das sehr heilsam.

Wenn jemand auf Sie zukommt und über ein Problem mit Ihnen sprechen möchte, hören Sie gut zu. Wissen Menschen erst einmal, dass sie gehört werden, kommen ihnen die Lösungen auf natürliche Weise. Sagen Sie sich, dass Ihre Rolle nicht darin besteht, das Problem des anderen zu lösen, sondern ihn zu hören. Ihre aufmerksame Gegenwart kann Ihnen beiden Erleichterung verschaffen und für zusätzliche Heilungsmöglichkeiten sorgen.

Wenn heute eine Freundin mit einem Problem zu Ihnen kommt, hören Sie einfach zu. Versuchen Sie nicht, es in Ordnung zu bringen. Lösungen finden sich auf natürliche Weise, wenn ihr zugehört wird.

Mary Mackenzie: In Frieden leben (Junfermann 2007)

Wir veröffentlichen den Auszug aus diesem Buch mit Einverständnis unseres Kooperationspartners Junfermann Verlag. Für uns ist dies Ausdruck eines gelebten Miteinanders für das wir uns herzlich bedanken.