Danke

Es geht immer um Bitte und Danke

Wenn ich Ihnen sagte, dass jede Kommunikation entweder ein „Bitte“ oder ein “Danke“ ist, würden Sie mir das glauben? Für mich war das eine riesige Offenbarung. Suchen Sie nach dem „Bitte“ in den Worten des Nachbarn, wenn er sagt: “Was muss passieren, damit Ihr blöder Hund von meinem Hof verschwindet?“ Ich schätze, er braucht Frieden, Respekt und Rücksicht. Er braucht vielleicht auch Sauberkeit, falls der Hund sein Geschäft in seinem Hof verrichtet. Also sagte er im Wesentlich: Bitte, werden Sie mir dabei helfen, meine Bedürfnisse nach Friede, Respekt und Rücksicht zu erfüllen?

Wenn jemand sagt: „Sie sind großartig“, dann klingt das für mich wie ein Danke. Vielleicht sagt er: Danke, dass Sie einen Zaun gebaut haben, damit Ihr Hund auf Ihrem Grundstück bleibt. Oder: Danke für das Erfüllen seiner Bedürfnisse nach Sicherheit für den Hund und für seinen eigenen inneren Frieden. Manchmal ist es schwer, die Worte anderer Menschen zu hören, ohne verärgert zu reagieren. Ich sage nicht, dass wir auf einmal solche Gespräche toll finden sollen, sondern einfach nur erkennen, dass hinter jeder Aussage ein Wunsch steckt, Bedürfnisse zu erfüllen – indem man bitte oder danke sagt. Auf diese Weise können wir eher Mitgefühl empfinden, weil wir in Verbindung mit der Menschlichkeit des anderen stehen.

Achten Sie heute bei Ihren Gesprächen auf das verborgene Bitte oder Danke.

Mary Mackenzie: In Frieden leben (Junfermann 2007)

Wir veröffentlichen den Auszug aus diesem Buch mit Einverständnis unseres Kooperationspartners Junfermann Verlag. Für uns ist dies Ausdruck eines gelebten Miteinanders für das wir uns herzlich bedanken.