Aufhören, sich selbst zu schaden

#Worte_der_Woche 2019 KW34

Es gibt keinen Weg zum Frieden, Frieden ist der Weg. – A. J. Muste

Aufhören, sich selbst zu schaden Haben Sie schon einmal etwas getan, das die Gelassenheit Ihrer Kollegen, Ihrer Familie oder auch Ihre eigene erschütterte? Wir sind so an Konflikte gewöhnt, dass wir mit manchen Situationen kaum ohne sie auskommen können. Vor nicht allzu langer Zeit gehörte ich einem Komitee von Trainern für Gewaltfreie Kommunikation an. Ich begann mir einzureden, dass ich nicht gehört und nicht anerkannt wurde. Dann hatte ich eine Idee, von der ich überzeugt war, dass die Komiteemitglieder sie hören wollten. Je länger ich jedoch darüber nachdachte, umso klarer wurde mir, dass wahrscheinlich keinem von ihnen meine Idee gefallen würde. Wahrscheinlicher würde sie sogar Unzufriedenheit in der Gruppe auslösen. Gleichzeitig erkannte ich, dass mein Verhalten mich davon abhielt, meine Bedürfnisse zu erfüllen: Wenn meine Bedürfnisse, gehört und anerkannt zu werden, nicht erfüllt sind, unternehme ich etwas, um gesehen zu werden, selbst wenn dadurch Konflikte entstehen. Dieses Verhalten hilft mir auf keinen Fall, meine ursprünglichen Bedürfnisse zu erfüllen. Ich teilte also in dieser Situation meine Idee nicht mit, von der ich glaubte, sie könne Konflikte verursachen, sondern brachte zum Ausdruck, dass meine Bedürfnisse, gesehen und anerkannt zu werden, nicht erfüllt waren. Dann bat ich jeden in der Gruppe, mir zu sagen, welche seiner Bedürfnisse durch meine Mitwirkung im Komitee erfüllt wurden. Diese Bitte brachte mir, neben der Erfüllung meiner Bedürfnisse, Klarheit, Wärme, Unterstützung und Liebe ein.

Wählen Sie heute ein Verhalten aus, mit dem Sie sich selbst schaden und das Sie gern ändern würden. Achten Sie auf die Bedürfnisse, die Sie erfüllen wollen, bevor Sie handeln. Dann tragen Sie sich, ob Ihre Handlung wohl den gewünschten Effekt haben wird.

Wir wünschen Ihnen viel Freude beim Üben!

Mary Mackenzie: „In Frieden leben“ (Junfermann 2007)

Wir veröffentlichen den Auszug aus diesem Buch mit Einverständnis unseres Kooperationspartners Junfermann Verlag. Für uns ist dies Ausdruck eines gelebten Miteinanders für das wir uns bedanken.